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Sonntag, 5. November 2017

Guinevere Glasfurd / Worte in meiner Hand (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Ich habe mich gefragt, zu welchem Genre dieses Buch passen könnte? Ist es ein Historischer Roman? Eine Biografie? Eine Romanbiografie? Ein fiktionales Buch? Wenn man dem Klappentext glauben möchte, dann wird der Inhalt des Buches als eine wahre Geschichte deklariert. Und so habe ich mich zum Schluss gefragt, ob der Verlag überhaupt das Nachwort gelesen hat, denn im Nachwort steht  explizit, dass der Roman erfunden sei.

Ich würde sagen, der Roman hat durchaus auch biografische Züge. Die beiden Protagonisten René Descartes und Helena Jans van der Strom hat es wirklich gegeben. René Descartes ist als französischer Philosoph bekannt, aber wer war Helena van der Strom? Die Antwort darauf liefert ja schon der Klappentext. Allerdings lebten sie Mitte des 17. Jahrhunderts. Descartes wurde 1596 geboren, in einer Zeit, aus der es schwierig sein muss, Material zu diesem Thema zusammenzustellen.

Deshalb besteht das Buch aus einem Mix von allem. Dort, wo der Autorin Fakten gefehlt haben, füllte sie die Lücken in einer recht kreativen fabulierfreudigen Form.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein: 
Amsterdam, 1630er Jahre. Helena Jans van der Strom arbeitet als Magd bei einem Buchhändler. Ein großes Glück für sie, denn sie kann lesen und schreiben und geht mit offenen Augen durch die Welt. Der neue Hausgast ihres Herrn fasziniert sie: Er arbeitet ununterbrochen, und Helena ist angewiesen, ihn „Monsieur“ zu nennen. Der Fremde zieht viele Besucher an, und sie erfährt seinen echten Namen: René Descartes. Sie ist zu neugierig, um Distanz zu wahren. Und auch Descartes ist schon bald von ihrem Charme und Wissensdurst eingenommen. Sie verlieben sich, was unmöglich ist: Sie ist Calvinistin, er Katholik. Sie ist nur eine einfache Magd, er Europas aufstrebender Philosoph. Die beiden sind zwei kühne, mitreißende Geister, die sich von dem Standesdünkel des Goldenen Zeitalters in Holland nicht aufhalten lassen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es liest sich recht flüssig und man kommt schnell und leicht in die Handlung rein.

Helena war eine sehr mutige Frau, wie sie mit Kind ihr Leben hat einrichten wollen … Mutig, sich überhaupt auf eine Beziehung einzulassen, sich hingezogen fühlen zu einem Mann mit einem großen Standesunterschied, in der diese Art von Bindung  perspektivisch wenig zu bieten hat …

Außerdem war sie sehr begabt, konnte sich das Schreiben und Lesen selbst beibringen, sie war darin nur noch nicht geübt.

Sie war gerade mal 18 Jahre alt, als sie als Magd in Amsterdam gelebt hat, in einem Haus eines Engländers namens Mr. Sergeant, dessen Frau verstorben war. Helena wollte in diesem Haus gerne ihre Schreibfertigkeit vervollständigen. Sie fühlte sich hier geradezu berufen, da Mr. Sergeant über eine Bibliothek verfügte, und er darin viel Zeit schreibend zubringt.  Mr. Seargent stellte Helena auf die Probe, wollte wissen, ob sie tatsächlich schreiben konnte. Aber Helena wusste nicht mal, wie eine Schreibfeder zu halten war, und so fiel sie durch diesen Test. Im Geheimen macht sie Trockenübungen, da Papier rar war. Papier besaßen nur die Gebildeten. Mister Seargent schenkte ihr eine Tafel und Kreide, sodass sie auf der Tafel ihre zu tätigen Einkäufe festhalten sollte …

In dem Haus des Engländers lernt sie den viel älteren Descartes kennen, der für eine bestimmte Zeit zusammen mit seinem Diener namens Limousin hier logieren sollte.

Helena und Descartes fühlen sich sexuell zueinander hingezogen, und zwischen ihnen beiden entwickelt sich eine heimliche Bindung. Descartes erkennt recht schnell, dass Helena nicht irgendeine Magd war, sondern eine junge Frau, die hungrig nach Bildung ist. Er ist es, der ihr zeigt, wie man eine Schreibfeder zu bedienen hat, und lässt ihr reichlich viel Schreibpapier, Tinte und Schreibfedern zum Üben zukommen … Wenn alles verbraucht war, sorgte er immer wieder für Nachschub.

Die sexuelle Beziehung mit Descartes wird immer komplizierter, denn schon bald erwartet Helena ein Kind von ihm. Es ist Limousin, der zwischen dieser heimlichen Liebe Verdacht schöpft, auch ist er es, der als Erster merkt, dass Helena schwanger ist …  

Sie verlässt das Haus des Engländers und zieht bei einer Hebamme ein, um bei ihr ihr Kind zur Welt zu bringen. Sie sollte dort auch wohnen, Descartes hatte alles arrangiert, damit seine junge Liebe nicht auf der Straße mit dem Kind leben musste. Mit einem kleinen Kind ist die Arbeit als Magd nicht mehr durchzuführen. Nach der Geburt des Kindes, nach ca. einem Jahr, zieht es sie allerdings wieder zurück nach Hause. Sie ist enttäuscht, dass Descartes sie nicht besuchen kommt, nicht mal um nach seinem Kind zu sehen. Descartes ist viel beschäftigt, seine intellektuelle Arbeit steht immer an vorderster Stelle. Das nimmt ihm Helena übel …

Und so verlässt Helena mit ihrer Tochter heimlich das Haus der Hebamme und macht sich auf nach Leiden, wo ihr Elternhaus steht. Mit Descartes wollte sie nichts mehr zu tun haben, und beschließt, das Kind alleine großzuziehen ...

Man sieht ihr die gesellschaftliche Stellung an, eine Waschfrau auf der Straße geigt ihr unverblümt die Meinung, als Helena diese bei ihrer Tätigkeit beobachtet und sie sich an die schwere Arbeit als Magd beim Engländer zurückerinnert:
>>Weißt du, was ich denke, wenn ich sehe, wie du mit deinem kleinen Mädchen spazieren gehst, das Haar lose, wenn alle anderen hier schwer arbeiten, um grauen Stoff weiß zu bekommen? Zu fein, um eine Magd zu sein, nicht fein genug, um die Ehefrau zu sein, das denke ich. Was bist du, wenn du weder das eine noch das andere bist?<< (2015, 342)

Sie verheimlicht der Mutter den Namen des Vaters ...

Zu Hause kann sie aber nicht auf Dauer bleiben. Irgendwann setzt die Mutter ihr eine gewisse Frist, wann sie das Haus wieder verlassen soll, um woanders einen Neuanfang zu starten. Es gäbe genug alleinstehende Männer, Witwer, die Helena trotz des Kindes heiraten würden ...

Helena versucht, über Jobs für sich und für ihre Tochter Francine zu sorgen. Sie schreibt ein Lehrbuch, aus dem Kinder das Alphabet lernen könnten. Sie stellt ihr Manuskript einem Buchhändler vor, aber er lehnt es ab, da niemand Bücher von einer Frau kaufen würde. Sie versucht es mit Zeichnungen … 

Irgendwann taucht Descartes auf, der in Leiden überall nach ihr gesucht hat, und sie auch im Elternhaus findet. Die Mutter befand sich für mehrere Wochen auf Reisen bei der Schwester. Obwohl sie ein gemeinsames Kind haben, ist Descartes für sie noch immer nur der Monsieur und redet ihn auch mit Monsieur an ...

Descartes lernt sein kleines Töchterchen kennen und liebt es auch abgöttisch. Aber aufgrund gesellschaftlicher Konventionen schafft er es nicht, sich seiner Familie zu stellen und versteckt sie stattdessen. Francine nennt den Vater Onkel, sie wird nie erfahren, dass der Onkel der Vater ist. Als das Mädchen größer wird, stellt sie Fragen, weshalb Descartes der Onkel sei, und für die Mutter nur der Monsieur …

Mehr möchte ich nun nicht verraten. Wer mehr wissen möchte, so verweise ich Weiteres auf das Buch. Es gibt in dem Buch noch Vieles zu entdecken. 


Mein Fazit?

Es war für mich nochmals interessant, daran erinnert zu werden, wie schwer es eine Frau vor unserer Zeit hatte. Noch schwerer allerdings hatten es die Frauen, die aus der unteren Schicht kommen und es nicht üblich war, sie zu bilden und sie gezwungen waren, ihre bescheidene Existenz mit schwerer Arbeit zu sichern. Gerade die Arbeit als Magd war ein Rund-um-die-Uhr-Job. Niemand käme auf die Idee, dass eine einfache Frau wie Helena schreiben und lesen konnte. Descartes war anders eingestellt, er hatte sogar dafür gesorgt, dass seine Tochter alphabetisiert wird. Aber alles versteckt, niemand sollte dahinterkommen. Helena war eine begabte junge Frau, die es intellektuell hätte weit bringen können, wenn man sie nur gelassen hätte. Wie fest diese gesellschaftlichen Banden sind, wird in diesem Buch deutlich. Selbst die Gebildeten hatten es nicht geschafft, diese Schwellen zu überschreiten. Sie hatten ihren guten Ruf zu wahren. Niemand würde sich mehr für die intellektuelle Arbeit Descartes interessieren, wenn herausgekommen wäre, mit welcher Frau er zusammen war, von welcher Frau er eine Tochter besaß. Obwohl es so schwer war, hoffte Helena insgeheim, er würde zu ihr und zu dem Kind stehen, und sich als Familie zeigen.


Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von zwölf Punkten.

 Weitere Informationen zu dem Buch

·         Historischer Roman
·         Hardcover
·         Hardcover mit Schutzumschlag
·         432 Seiten
·         The Words in my Hand
·         Aus dem Englischen übersetzt von Marion Balkenhol.
·         ISBN-13 9783471351239
·         Erschienen: 07.08.2015

___________
Gelesene Bücher 2017: 50
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Montag, 12. Juni 2017

Geert Mak / Die vielen Leben des Jan Six



Klappentext

Die Buddenbrooks der Niederlande. Das neue große Familienepos von Geert Mak
Sie sind die Buddenbrooks der Niederlande: Die Six-Dynastie gehört seit dem Goldenen Zeitalter zu den politisch und kulturell bedeutendsten Familien des Landes. Bestsellerautor Geert Mak folgt den Spuren dieser Familie, die seit mehr als vierhundert Jahren in Amsterdam ansässig ist, und erweckt ihre Geschichte und Geschichten zu neuem Leben. Er erzählt die Biographie der Familie bis heute und entwirft zugleich ein ebenso farbiges wie schillerndes Panorama ihrer unterschiedlichen Epochen.
Jan Six – Mäzen, Aufklärer, Kunstsammler, Amsterdamer Regent und verewigt auf einem der schönsten Porträts, das Rembrandt je schuf – gilt als Begründer der Dynastie und hatte eine ganze Reihe von Nachkommen, von denen der jeweils Erstgeborene seinen Namen trug. Wie er gelangten viele von ihnen in den darauffolgenden Jahrhunderten in Kunst, Politik und Wissenschaft zu Reichtum und Ruhm. Andere Familienmitglieder wiederum verbrachten ihr Leben in Armut und Einsamkeit. Zahlreiche Tagebücher, Briefe, Notizen und Aufzeichnungen, die sich zusammen mit dem Rembrandt-Bildnis bis heute im Besitz der Familie befinden, zeugen davon. »Die vielen Leben des Jan Six« ist die Geschichte einer Familie und ihrer Stadt über viele Generationen hinweg. Es ist eine Geschichte von Ambitionen und Scheitern, von Größe und der ewigen Angst vor dem Niedergang.



Autorenporträt
Geert Mak wurde 1946 in einem friesischen Dorf geboren. Er ist einer der bekanntesten Publizisten der Niederlande und gehört nach drei großen Bestsellern zu den wichtigsten Sachbuchautoren des Landes. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen „Amsterdam“ (1997), „Das Jahrhundert meines Vaters“ (2003) und „In Europa“ (2005) und „Die Brücke von Istanbul“ (2007). Für sein Werk erhielt Geert Mak 2008 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.


Weitere Informationen zu dem Buch

€ 26,99 [D] inkl. MwSt.
€ 27,80 [A] | CHF 35,90* 

(* empf. VK-Preis) 
Gebundenes Buch mit SchutzumschlagISBN: 978-3-8275-0087-8
Erschienen: 17.10.2016 


Und hier geht es auf die Verlagsseite von Siedler, Random House München, auf der es noch mehr zu entdecken gibt. 















Sonntag, 12. Februar 2017

Leon de Winter / Geronimo

Klappentext
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers»Geronimo« lautete das Codewort, das die Männer vom Seals Team 6 durchgeben sollten, wenn sie Osama bin Laden gefunden hatten. Doch ist die spektakuläre Jagd nach dem meistgesuchten Mann der Welt wirklich so verlaufen, wie man uns glauben macht? Ein atemberaubender Roman über geniale Heldentaten und tragisches Scheitern, über die Vollkommenheit der Musik und die Unvollkommenheit der Welt, über Liebe und Verlust. 


Autorenporträt

Leon de Winter, geboren 1954 in 's-Hertogenbosch als Sohn niederländischer Juden, begann als Teenager, nach dem Tod seines Vaters, zu schreiben. Er arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher in Holland und den USA. Seine Romane erzielen nicht nur in den Niederlanden überwältigende Erfolge; einige wurden für Kino und Fernsehen verfilmt, so ›Der Himmel von Hollywood‹ unter der Regie von Sönke Wortmann. Der Roman ›SuperTex‹ wurde verfilmt von Jan Schütte. 2002 erhielt de Winter den Welt-Literaturpreis für sein Gesamtwerk, und 2006 wurde er mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet.

Auszeichnungen

  •  ›Reina Prinsen Geerlings-Preis‹ für De (ver)wording van de jongere Dürer, 1978
  •  WELT-Literaturpreis für sein Gesamtwerk, 2002
  •  ›Welt-Literaturpreis‹ für Leon de Winter: »Die Jury ehrt Leon de Winter für seine so komplex wie spannend angelegten Romane, die am Beispiel meist jüdischer Protagonisten hochkomisch und psychologisch einfühlsam vom Getriebensein des modernen Menschen erzählen. Sein Schreiben zeichnet sich durch einen souveränen Wechsel von Nähe und Distanz im Hinblick auf seine Figuren aus, durch ein meisterliches Gespür für pointierte Dialoge, durch die gekonnte Verknüpfung verschiedener Haupt- und Nebenhandlungen, die seine Bücher so komplex wie spannend machen. Er wird für sein Gesamtwerk geehrt.«, 2002
Dies ist mein viertes Buch aus der Buchmesse von 2016. Ich erinnere mich noch deutlich an das Interview. Mal schauen, ob ich das Buch auch so gut finde wie das Interview.

Dies ist mein erstes Buch von dem Autor. 


Weitere Informationen zu dem Buch

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Diogenes. 


Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
eBook
448 Seiten (Printausgabe)
erschienen am 24. August 2016

978-3-257-60716-1
€ (D) 20.99 / sFr 27.00* / € (A) 20.99
* unverb. Preisempfehlung 





Montag, 28. Dezember 2015

Kader Abdolah / Das Haus an der Moschee

Klappentext
Ein altes Haus in Senedjan. Seit 800 Jahren wohnt hier die Familie des Teppichhändlers Agha Djan. Unter seiner Obhut leben die Menschen in einträchtiger Harmonie – bis die von Teheran und den Aufständen gegen das korrupte Regime des Schahs ausgehende Unruhe auch sie erreicht. In seinem neuen Roman breitet Kader Abdolah das zutiefst menschliche Schicksal einer iranischen Großfamilie wie ein bunt schillerndes Geschichtengewebe vor uns aus.


Autorenporträt
Kader Abdolah, 1954 im Iran geboren, studierte Physik in Teheran und war in der Studentenbewegung aktiv. 1988 floh er aus politischen Gründen mit seiner Familie nach Holland, wo er heute in der Nähe von Amsterdam lebt. Kader Abdolah zählt zu den bedeutendsten iranischen Exilschriftstellern und ist in den Niederlanden ein Bestsellerautor. 
Das Buch habe ich gebraucht und recht preisgünstig beim Bücher-Oxfam erworben. Der Autor ist mir nicht fremd. Gelesen habe ich von ihm zwei weitere Bücher mit dem Titel: Mohammad, der Prophet , und Dawuds Traum. Sie haben mir gut gefallen. Dawuds Traum, liegt schon viele Jahre zurück, als ich es gelesen hatte, war ein wenig kompliziert zu lesen.

Das vorliegende Buch hat mich auch nicht mehr losgelassen. Ich habe die ersten hundert Seiten gestern gelesen und es ist super spannend und seeeehr interessant. Der Autor kann wirklich gut schreiben. Sehr realitätsnah und gleichzeitig sehr poetisch und fantasievoll. Auch seine Herkunftskultur beschreibt er auf eine recht differenzierte Art.






Mittwoch, 4. November 2015

Tessa de Loo / Die Zwillinge


Klappentext
Nach über vierzig Jahren treffen sich die Zwillingsschwestern Anna und Lotte im belgischen Kurort Spa. Nach dem Tod der Eltern und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren sie auseinandergerissen worden. Und während die eine zu Verwandten nach Deutschland kommt, wächst die andere in den Niederlanden auf. Jetzt erst gelingt Ihnen eine Annäherung.



Autorenporträt
Tessa de Loo, eigentlich Johanna Tineke Duyvené de Wit, (* 15. Oktober 1946 in Bussum, Niederlande), ist eine niederländische Schriftstellerin.
Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Lehrerin veröffentlichte Tessa de Loo 1983 ihren ersten Band mit Erzählungen, Die Mädchen von der Süßwarenfabrik. Ihr Roman Die Zwillinge wurde 1994 mit dem Von-der-Gablentz-Preis und dem Publieksprijs ausgezeichnet und 2002 verfilmt unter der Regie von Ben Sombogaart mit Thekla Reuten, Ellen Vogel, Nadja Uhl und Gudrun Okras in den Hauptrollen.
Tessa de Loo lebt in Portugal.(Quellennachweis Wikipedia)
Das Buch ist schon sehr, sehr alt. Über zwanzig Jahre und man kann es nur noch antiquarisch erwerben. Es ist 1993 beim Bertelsmann Verlag in der 3. Auflage erschienen. Den obigen Band habe ich kürzlich beim Bücher-Oxfam erworben.

Ein paar Seiten habe ich schon gelesen und es klingt recht interessant.




Sonntag, 20. September 2015

Maarten ' t Hart / Die Sonnenuhr

Nach dem ich nun drei Bücher in Folge abgebrochen habe, habe ich mich für ein Buch meines Lieblingsautors von Maarten´ t Hart entschieden.

Wenn mir in der jüngsten Vergangenheit ein Buch nicht gefallen hat und das mich zum Abbrechen zwang, habe ich mir als Entschädigung ein Buch eines Autors rausgepickt, der zu meinen Favoriten zählte.

Demnach hatte ich mit Carson McCullers Bücher begonnen. Als ich alle ihre Bücher durch hatte, setzte ich mit den Büchern von Isabel Allende fort und die nächsten waren die Bücher von Haruki Murakami. Ich hatte soviele Bücher desjenigen Autors gelesen, bis ich gesättigt war ...

Und nun ist Maarten´ t Hart dran. Viele Bücher von dem Autor besitze ich schon, aber viele müsste ich mir noch anschaffen. Wenn ich die Bücher, die ich besitze, durchbekomme und ich noch Lust habe, weitere von dem Autor zu lesen, dann folgt die Neuanschaffung. Aber bis dahin dauert es noch ein Weile.

Und nun zur aktuellen Lektüre:

Klappentext
Leonie Kuyper führt ein bescheidenes Leben als Übersetzerin – bis ihre beste Freundin Roos, die Laborantin mit den knallroten, superlangen Fingernägeln, an einem Sonnenstich stirbt. Roos hat sie zur Alleinerbin bestimmt, allerdings unter einer Bedingung: dass sie für die drei geliebten Katzen sorgt und in ihr Apartment zieht! Als Leonie sich auf diesen Deal einlässt, entdeckt sie nach und nach verwirrende Geheimnisse im Leben ihrer Freundin. Maarten ’t Hart, der große Erzähler und Meister witziger Dialoge, hat einen komischen und höchst spannenden Roman geschrieben.

Autorenporträt
Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis bei Rotterdam als Sohn eines Totengräbers, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich 1987 als freier Schriftsteller in Warmond bei Leiden niederließ. Nach seinen Jugenderinnerungen »Ein Schwarm Regenbrachvögel« erschien 1997 auf Deutsch sein Roman »Das Wüten der ganzen Welt«, der zu einem überragenden Erfolg wurde und viele Auszeichnungen erhielt. Seine zahlreichen Romane und Erzählungen machen ihn zu einem der meistgelesenen europäischen Gegenwartsautoren.
Die ersten fünfzig Seiten habe ich schon durch und ich muss sagen, ich befinde mich nun wieder in meinem Element. Das Buch liest sich flüssig. Es ist humoristisch, man findet viel Weisheit und man hat es mit schrägen Vögeln zu tun, über deren Lebensweise man gerne liest.

Ich freue mich auf mehr.

Von dem Autor habe ich bisher gelesen:
Das Paradies liegt hinter mir
Das Wüten der ganzen Welt
Unter dem Deich
Mir haben sie alle recht gut gefallen und bin so neugierig auf die weiteren Bände.





Samstag, 7. März 2015

Kader Abdolah / Mohammad, der Prophet

Klappentext
Zayd, der Adoptivsohn des Propheten, erhält nach dessen Tod von den Anführern des Islam eine ehrenvolle Aufgabe: Er soll Allahs Offenbarungen an Mohammad sammeln, indem er alle befragt, die sie gehört haben. Ein Jahr lang reist und arbeitet er, bis der Koran fertig ist. Doch das Buch wird abgelehnt- starke Gegner unter den Muslimen wollen eine andere Lehre. Da begreift Zayd, dass er der einzige ist, der das Leben Mohammads aufzeichnen kann, ohne dass die Erinnerung an den Propheten umgedeutet und verändert wird. Erneut macht er sich auf die Reise und redet mit denjenigen, die Mohammad kannten: seiner Familie, seinen Dienern, den Wissenschaftlern und den Dichtern, seinen Freunden und Feinden. Ein Reigen aus Geschichten entsteht, in farbenfrohen Szenen schildert Zayd das Leben desPropheten von der Geburt bis zum Tod. Und dieses Leben erweist sich als der Schlüssel zum Koran: Als Zayd im Licht seiner Erfahrungen auf der Reise den Koran neu ordnet, wird das Buch als die wahre Lehre angenommen.


Autorenporträt
Kader Abdolah, 1954 im Iran geboren, studierte Physik in Teheran und war in der Studentenbewegung aktiv. 1988 floh er aus politischen Gründen mit seiner Familie nach Holland, wo er heute in der Nähe von Amsterdam lebt. Kader Abdolah zählt zu den bedeutendsten iranischen Exilschriftstellern und ist in den Niederlanden ein Bestsellerautor.
Mal ein ganz exotisches Buch. Nach ein paar wenigen Seiten wurde mir schon klar, weshalb dieser iranische Autor im Ausland im Exil lebt.

Zu diesem Buch ist mir die Buchbesprechung verloren gegangen. Ich habe keine Ahnung, wie dies passieren konnte, da hier im Blog normalerweise nichts verloren geht. Merkwürdig ...

Ich füge sie nun hier ein, kopiert aus meinen Unterlagen, den Literaturmappen. Ich habe sie am 11.03.2015 geschrieben:


Buchbesprechung zur o. g. Lektüre


Ich habe mir viele Zettelchen in das Buch gelegt, ich werde aber nicht alle bearbeiten können. Während des Lesens fragte ich mich immer wieder, ob Mohammad tatsächlich so gelebt hat? Ein fiktiver Roman? Nein, nicht ganz. Eine fiktive Biografie. Ich werde gleich den Anhang des Buches voranstellen.

Der vorliegende Roman über Mohammads Leben, eigentlich ein Roman über die Entstehung einer Biografie, verdankt sich Abdolahs langjähriger Beschäftigung mit dem Koran, der in den Niederlanden in Abdolahs Übertragung erschien, und zwar gleichzeitig mit dem Roman. Während seiner Übersetzungsarbeit am Koran wuchs in Abdolah die Überzeugung, das heilige Buch des Islam sei nicht zu verstehen für den, der vom Propheten und seinem Leben nichts wisse. Also erfand er Zayd, den Prototyp des getreuen Diener, der seinem Herrn rückhaltlos folgt, zugleich aber seine Arbeit als Chronist ernst nimmt und gewissenhaft aufschreibt, was ihm andere berichten. Und so entstand das facettenreiche Bild eines Menschen, in dessen Entwicklung sich auch heutige Leser hineinversetzen können. In der Einleitung zu seiner Übersetzung schreibt Abdolah, eigentlich sei es unmöglich, den Koran zu übersetzen. Die Schönheit von Mohammads Sprache geht dabei verloren, und da jede Sure unendlich vieldeutig sei, könne man sie auch auf sehr unterschiedliche Weise übersetzen. Fehler seien dabei unumgänglich. Und wenn an seiner Interpretation etwas nicht stimme, so liege das eben an seiner Unwissenheit wie an seiner Liebe zu Mohammads Prosa.Er bedauere es, dem (...) Leser den ursprünglichen Geschmack von Mohammads Suren nicht wirklich vermitteln zu können. Es sei ihm aber vielleicht gelungen, so hoffe er, >ein Loch in die Mauer< zu schlagen, durch das der Leser wenigstens einen Blick>>in Mohammads Gärten<< werfen kann.
Damit ist Abdolahs Hauptanliegen bei seiner Koranübersetzung benannt. Um dem westlichen Leser den Zugang zu erleichtern, hat er die Suren neu, und zwar chronologisch geordnet, vielen eine kurze historische Erläuterung vorangestellt und manche beträchtlich gekürzt. Die dichterische Freiheit ist dabei unübersehbar, aber immer von tiefem Respekt vor der >>göttlichen Prosa<< des Propheten getragen.In der fiktiven Biografie Mohammads, die das Pendant zur Koranübersetzung bildet, kommen natürlich ständig Suren vor, die der Chronist Zayd aus dem Gedächtnis zitiert oder andere zitieren lässt. Auch im Umgang mit diesen Zitaten lässt Abdolah dichterische Freiheit walten, hin und wieder weicht er sogar von seiner eigenen Koranübersetzung ab. Als ich ihn nach dem Grund dieser Variation fragte, antwortete der Autor lächelnd: >>Als Zayd Zeugnisse für sein Buch sammelt und eigene Erinnerungen wachruft, zitiert er Suren aus dem Gedächtnis, die erst viel später in ihrer endgültigen Form festgelegt wurden
. Wer kann denn behaupten, alles genauso zu behalten, wie er es gehört hat!<<

Das heißt auch, die fiktiven Teile im Text, bzw. auch  Figuren, wie z.B. der Chronist Zayd, waren dem Autor wichtig, um uns LeserInnen Mohammads Leben verständlicher zu machen.

Allerdings muss ich sagen, dass mir die Verse nicht wirklich zugesagt haben. Ich kann mir vorstellen, dass die dichterische Schönheit durch die Übersetzung viel Einbußen hat hinnehmen müssen.

Da wir vor ein paar Tagen den Internationalen Frauentag gefeiert haben, kam mir das Buch zur rechten Zeit. Denn Mohammad war ein Prophet, der sich auch für die Rechte der Frauen eingesetzt hatte. Er fand eine Bibelstelle, aus der er Pharaos Weisungen entnahm:

Da gebot Pharao allem seinem Volk und sprach: Alle Söhne, die geboren werden, werft ins Wasser, und alle Töchter lasst leben.

Mohammad beobachtete an seinen Landsleuten die schlechte Behandlung an den Frauen. Er bereiste die Welt und kam weise wieder zurück und sprach zu Zayd: 

Die Welt ist in Bewegung, wir aber stehen still. In den Nachbarländern achten die Männer ihre Frauen, während wir uns ihrer schämen und unsere neugeborenen Töchter töten. In diesen Ländern werden Kinder mit Liebe behandelt, aber wir stecken sie wie Hunde in Käfige und verkaufen sie auf dem Markt. Alle anderen haben einen neuen Propheten gehabt und ein heiliges Buch, nur wir haben keins von beiden.  

Mohammad machte sich bei seinen Landsleuten unbeliebt, wurde als Frauenheld beschimpft, doch Mohammad ließ nicht locker:

TÖCHTER waren nichts wert, und die Väter schämten sich ihrer. Mohammad verkündet: Haltet ein! Haltet ein mit der Demütigung eurer Frauen. Das Paradies liegt zu Füßen der Mütter! (…) Allah hat mich beauftragt, euch hier zusammenzurufen und euch Folgendes zu sagen: Eine mächtige Armee, Allahs Armee, steht hinter diesem Berg und wird euch bestrafen für das, was ihr euren Sklaven antut, was ihr euren Frauen antut, was ihr euren neugeborenen Töchtern antut.

Die Frauen sollten auch am Erbe beteilig werden, indem sie die Hälfte von dem bekommen, was ihre Männer erben. Mohammad machte sich bei den Herrschenden immer unbeliebter. Sein Leben geriet immer mehr in Gefahr …

Noch bevor Mohammad Botschaften von oben erhalten hatte, war er anders als alle anderen. Er sah in den Menschen, in der Natur, in den Tieren den Schöpfer. Diese galten für ihn schon als Beweis genug für die Existenz Gottes. Später, als Mohammad sich als Prophet erkenntlich zeigte, verlangten die Menschen von ihm Beweise und lachten ihn aus, als er die Natur als Gottesbeweis deklarierte:

Warum denken die Menschen nicht nach? Warum fragen sie sich nicht, wer die Himmel, die Meere, die Berge, die Bienen und die Frauen erschaffen hat? Wer lässt das Wasser vom Himmel fallen? Er muss doch jemand sein. Ein Gott, der Gott, der Moses gesandt hat, der Gott, der Jesus gesandt hat, der Gott, der Ibrahim gesandt hat. Es gibt nur einen Schöpfer. Er ist Einer und es gibt nichts außer ihm...

Doch Mohammad haderte auch sehr mit Allah. Er verglich sich mit anderen Propheten, z.B. mit Jesus, Dawud …, die aus seinem Empfinden näher bei Gott standen als er. Er zweifelte an sich, und stellte sich die Frage, weshalb  Gott gerade ihn zu seinem Gesandten gemacht hat, Mohammad, der nur ein Waisenjunge war?  In seiner Not fühlte er sich nicht gehört, doch das änderte sich recht bald. Mohammad zog sich in die Berge zurück, wo er in aller Stille, in aller Zurückgezogenheit Gottes Botschaften empfing, was ihn mit Freude und Dankbarkeit erfüllte.

Auf Seite 103 geht es um den Begriff des Islams, der durch den Propheten neu eingeführt wurde, und Unterwerfung bedeutete. Interessant. Wusste ich vorher nicht. Die Machthaber des islamischen Glaubens sind alles andere als unterwürfig. In der Demut liegt die Kraft des Glaubens, doch die Herrscher sind alles andere als demutsvoll.

Mohammads sehr junge und hübsche Frau Aischa geriet in Verruf und man bezichtigte sie der Untreue, als sie länger ausblieb, als beabsichtigt. Mohammad stand selbst unter Druck der lästernden Mäuler, er hatte Angst, dass an dem Gerücht etwas dran sein könnte, und konfrontiert Aischa mit vorwurfsvollen Fragen. Als er merkt, dass ihr Unrecht getan wurde, verkündet Mohammad:

Denjenigen, die ehrbaren Frauen Untreue vorwerfen, jedoch nicht vier Zeugen beibringen können, verabreicht achtzig Peitschenhiebe. Nehmt von ihnen nie mehr eine Zeugenaussage an. Es sind ruchlose Menschen.Diejenigen, die nichtsahnenden ehrbaren Frauen Ausschweifungen vorwerfen, sind verflucht in diesem Leben und im Jenseits. (…) An jedem Tag wird Gott ihnen die gebührende Strafe zukommen lassen. Und sie werden erkennen, dass Allah die lautere Wahrheit ist.Mohammad, sag den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Keuschheit bewahren. Das ist lauterer für sie. Allah weiß alles.

Damit die Frauen in Zukunft vor falschen Verleumdungen geschützt sind, und   auch vor sexistischen Männern, wurde der Schleier eingeführt: 

Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Keuschheit bewahren, ihren Schmuck nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was auch sonst sichtbar ist. Sie sollen ihre Tücher über ihre Brüste ziehen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten … Und von da an mussten Frauen in der Öffentlichkeit einen Schleier tragen, sie durften fremden Männern ihre Schönheit nicht mehr zeigen.
Von da an begannen die Leute, ihre Haustüren mit Türklopfer zu versehen. Wenn die Frauen das Klopfen hörten, zogen sie sich in ihre Zimmer zurück.

Nun, soviel zur Einführung der neuen Kleiderordnung.
Mohammad verhielt sich zwar gerechter zu den Frauen, doch auch er lebte polygam. Aber er behandelte seine Frauen wie Königinnen …

Wer mehr zu dem Buch wissen möchte, immerhin gibt es noch Thesen zu dem Propheten Jesus, der als Sohn Gottes von Mohammad nicht anerkannt werden konnte, denn Allah sei ein EINZIGER und habe keinen Sohn. Allah würde nicht zeugen, und Allah selbst wurde nicht gezeugt. Lest selbst.

Mein Fazit:
Ich habe nun ein besseres Verständnis zu dem Propheten Mohammad und seinem Leben erhalten, was dem Autor ja wichtig ist, diesen den Menschen aus der westlichen Welt nahezubringen. Sein Ziel hat er erreicht. Ich hege aber nicht den Anspruch, mit diesem einen Buch alles von Mohammad zu kennen.

Dennoch, wenn man sich in die damalige Zeit zurückversetzt, war der Islam alles andere als rückständig.

Für mich sind die Fundamentalisten keine gläubigen Menschen. Es geht ihnen nur um Macht und um Besitztümer, weniger um Gott selbst, sie benutzen Gott, und führen in dessen Namen den heiligen Krieg.

Das Buch erhält von mir zehn von zehn Punkten.

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Die Welt ist eine Metapher.
(H. Murakami)

Gelesene Bücher 2015: 12
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86









Donnerstag, 12. Februar 2015

Maarten ´t Hart / Das Paradies liegt hinter mir

Klappentext
Zum 70. Geburtstag – die Autobiografie einer kuriosen Kindheit und JugendSeine Nichteinmaligkeit ist ihm früh bewusst geworden. Nicht weniger als sechs Namensvettern fanden sich allein im engsten Familienkreis, und gleich um die Ecke seines Elternhauses lebte ein Milchkannenlieferant, der ebenfalls Maarten 't Hart hieß. Ausgestattet mit einem dementsprechend schwach ausgeprägten Selbstbewusstsein wuchs Maarten 't Hart, der Schriftsteller, in einer Familie aus Handwerkern, Bauern und Totengräbern auf. Allen Hindernissen zum Trotz setzte sich sein Bildungshunger durch und ermöglichte ihm einen Schulabschluss, ein Studium und eine Karriere als Romancier, die ihm zu Weltruhm verhalf. In seiner erstmals auf Deutsch vorliegenden Autobiografie erzählt er auf charmante, höchst selbstironische Weise von seinen Anfängen als Metzgereigehilfe, als Verhaltensforscher, als Journalist und Autor sowie von seiner alles überstrahlenden Leidenschaft für die Musik.


Autorenporträt
Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis bei Rotterdam als Sohn eines Totengräbers, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich 1987 als freier Schriftsteller in Warmond bei Leiden niederließ. Nach seinen Jugenderinnerungen »Ein Schwarm Regenbrachvögel« erschien 1997 auf Deutsch sein Roman »Das Wüten der ganzen Welt«, der zu einem überragenden Erfolg wurde und viele Auszeichnungen erhielt. Seine zahlreichen Romane und Erzählungen machen ihn zu einem der meistgelesenen europäischen Gegenwartsautoren.
Von Maarten `t Hart habe ich gelesen:

1. Das Wüten der ganzen Welt
2. Unter dem Deich

In meinem Bücherschrank warten noch jede Menge ungelesene Bücher des Autors, die ich alle in mehreren Abständen mir noch vornehmen werde, da der Autor zu meinen Favoriten zählt.





Sonntag, 18. Mai 2014

Maarten 't Hart / Das Wüten der ganzen Welt

Klappentext
Maarten ’t Hart gehört zu den beliebtesten Autoren der Niederlande. In seinem Roman schildert er die kleine Welt eines südholländischen Städtchens. Dort, in der President Steynstraat, ist der Komponist Alexander Goudveyl als Sohn eines Lumpenhändlers aufgewachsen, großgezogen mit Gebeten und den alten Geschichten vom Krieg. 30 Jahre später erinnert er sich an diese Zeit, vor allem an den 22. Dezember 1956, einen regennassen Samstagnachmittag, an dem der Polizist Vroombout ermordet wurde.


Autorenporträt
Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis bei Rotterdam als Sohn eines Totengräbers, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich 1987 als freier Schriftsteller in Warmond bei Leiden niederließ. Nach seinen Jugenderinnerungen »Ein Schwarm Regenbrachvögel« erschien 1997 auf Deutsch sein Roman »Das Wüten der ganzen Welt«, der zu einem überragenden Erfolg wurde und viele Auszeichnungen erhielt. Seine zahlreichen Romane und Erzählungen machen ihn zu einem der meistgelesenen europäischen Gegenwartsautoren. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch »Unter dem Deich«.
Von dem Autor habe ich bisher nur ein Buch gelesen. Unter dem Deich, das mir sehr gut gefallen hat. Das vorliegende Buch ist nicht weniger interessant. Ich habe nun die ersten einhundert Seiten durch und meine Neugier ist noch immer aktiv, was ein gutes Zeichen ist. Ich habe von dem Autor noch ein paar Bände ungelesen im Regal stehen, werde mir aber noch die Autobiografie Das Paradies liegt hinter mir zulegen. Es ist immer gut, die Autobiografie vorangestellt zu lesen. Wusste nur noch nicht, dass ich mich mit Maarten t´Hart noch weiter auseinandersetzen möchte. Das möchte ich, nachdem ich mich nun auch von diesem Band inspiriert fühle.










Sonntag, 5. Januar 2014

Margriet de Moor / Erst grau dann weiß dann blau


Klappentext

Magda lebt mit ihrem Mann Robert in Noordwijk. Eines Tages ist sie verschwunden und kehrt erst nach zwei Jahren überraschend zurück. Magda schweigt sich nach ihrer Rückkehr beharrlich über ihr Verschwinden aus, was im Ort und bei ihren Freunden Verunsicherung und Befremden auslöst und ihren Mann in den Wahnsinn treibt …

Autorenporträt
Margriet de Moor - Kunst ist kein ungefährlicher Schnickschnack»Ich glaube, daß Kunst nicht nur schmückendes Beiwerk ist, das neben dem Leben besteht. Es ist ein überaus kräftiger Impuls, dessen wir uns nicht immer bewußt sind.« In unserem Gemeinschafts-Special mit dem Hanser Verlag spricht Margriet de Moor über ihr Leben und die Kunst.
Der vorliegende Band entspringt aus einer 50- jährigen Jubiläumsausgabe des dtv-Verlages. Gebundener Einband für nur 10,00 €. Das Buch ist auch im Taschenbuch erhältlich.

Ich habe die ersten einhundertfünfzig Seiten schon durch. Das Buch liest sich zwar ein wenig mühselig, aber es entspricht meinem Geschmack. Hohe, anspruchsvolle Literatur, hohes Sprachnivau.

Das Mühselige daran: Es sind zu viele Zeitsprünge, vor und wieder zurück, und man weiß nicht immer wer wann spricht, erschließt sich aber durch den Kontext kurze Zeit darauf.



Freitag, 6. Dezember 2013

Maarten ´t Hart / Unter dem Deich

Klappentext
In »Unter dem Deich« erinnert sich Maarten ’t Hart an sein Maassluis der 50er-Jahre, an ein Kindheitsparadies, wie es nicht mehr lange existieren sollte: Die alten Häuser unter dem Deich sollen abgerissen werden, viele Menschen drohen ihr Heim zu verlieren. In diesem Viertel wohnt auch die begabte junge Clazien, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und keine höhere Schule besuchen kann. Als Aushilfe in einem Lebensmittelladen lernt sie den stillen Piet kennen und beschließt, bei ihm zu bleiben. Die beiden heiraten, doch Claziens Sehnsucht nach gesellschaftlichem Aufstieg lässt sich nicht unterdrücken. Als sie Jan begegnet, einem Lehrer, der neu in die Stadt kommt, sieht sie in ihm einen Seelenverwandten. Sie verlässt Piet und glaubt, es endlich geschafft zu haben. »Unter dem Deich« entführt uns in eine untergegangene Welt und erzählt die tragische Geschichte der Irrungen und Wirrungen einer rastlosen Frau.

Autorenporträt
Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis bei Rotterdam als Sohn eines Totengräbers, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich 1987 als freier Schriftsteller in Warmond bei Leiden niederließ. Nach seinen Jugenderinnerungen »Ein Schwarm Regenbrachvögel« erschien 1997 auf Deutsch sein Roman »Das Wüten der ganzen Welt«, der zu einem überragenden Erfolg wurde und viele Auszeichnungen erhielt. Seine zahlreichen Romane und Erzählungen machen ihn zu einem der meistgelesenen europäischen Gegenwartsautoren. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch »Unter dem Deich«.
Dies ist mein erstes Buch von dem Autor. Ich fand es anfangs ein wenig schwierig, in die Thematik reinzukommen. Bin halt in der niederländischen Literatur Ausländerin. Habe noch nicht viel aus dem Land gelesen. Dies ist gerade mein zweites Buch.

Mittlerweile habe ich 150 Seiten gelesen und es gefällt mir recht gut. Der Autor hat einen humoristischen Stil, was mir ganz gut gefällt. Später, wenn ich das Buch durch habe, werde ich mich näher damit befassen.

Aber originell finde ich, wenn die Menschen hin und wieder in Reimen miteinander sprechen. Sie haben für jede Lebenslage passende Verse... .



Mittwoch, 2. Januar 2013

Irvin D. Yalom / Das Spinoza - Problem




Klappentext
Der jüdische Philosoph Spinoza und der nationalsozialistische Politiker Alfred Rosenberg – nicht nur Jahrhunderte liegen zwischen ihnen, auch ihre Weltanschauungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine ein unbeugsamer Freigeist, der wegen seiner religionskritischen Ansichten aus der jüdischen Gemeinde verbannt wurde und heute als Begründer der modernen Bibelkritik gilt. Der andere ein verbohrter, von Hass zerfressener Antisemit, dessen Schriften ihn zum führenden Ideologen des nationalsozialistischen Regimes machten und der dafür bei den Nürnberger Prozessen zur Rechenschaft gezogen wurde. Und trotzdem gibt es eine Verbindung zwischen ihnen, von der kaum jemand weiß, denn bis zu seinem Tod war Rosenberg wie besessen vom Werk des jüdischen Rationalisten, als dessen »entschiedenster Verehrer« sich kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe bezeichnet. Fesselnd erzählt der große Psychoanalytiker Irvin D. Yalom die Geschichte dieser beiden unterschiedlichen Männer und entführt seine Leser dabei in die Welt der Philosophie und gleichzeitig auch in die Tiefen der menschlichen Psyche.

Autorenportrait
Irvin D. Yalom wurde 1931 als Sohn russischer Einwanderer in Washington, D.C. geboren. Er gilt als einer der einflussreichsten Psychoanalytiker in den USA und ist vielfach ausgezeichnet. Seine Fachbücher gelten als Klassiker. Seine Romane wurden international zu Bestsellern und zeigen, dass die Psychoanalyse Stoff für die schönsten und aufregendsten Geschichten bietet, wenn man sie nur zu erzählen weiß.

 Ich habe von Irvin Yalom alle Bücher gelesen, mit Ausnahme des vorliegenden, das erst kürzlich herausgekommen ist.

Alle seine Bücher haben mich gefesselt, so auch dieses Buch, aus dem ich fünfzig Seiten gelesen habe. Er schreibt viel aus seiner psychoanalytischen Praxis, aber mit einer großen literarischen, schriftstellerischen Begabung. Alles andere als trockene Theorien. Ich liebe ihn... .

Und ich bin nach Abschluss eines jedem von ihm gelesenen Buches immer mit ein bißchen mehr Wissen herausggangen... .
Er hat zu verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbilder geschrieben, wie z.B. über die Persönlichkeitsstörung Borderline, und er hat zu verschiedenen Berühmtheiten Biografien, wie z.B. Als Nietsche weinte, verfasst, mit dem Schwerpunkt der psychischen Erkrankung.